Freitag, 7. Januar 2011

Das hier ist ja mein persönlicher Blog. Das heißt also, dass ich weinen und jammern kann, egal wie erbärmlich es ist, ne? Es ist ja nicht so, dass hier irgendjemand was wertvolles erwartet (und genau deswegen werde ich wohl nie einen rein literarischen Blog haben, hehe).


Naja, genau deswegen werde ich jetzt also mal mit dem jammern und beschweren und generell einfach ziemlich emotional sein anfangen.


Diese Woche war furchtbar. Furchtbar anstrengend. Furchtbar emotional. Furchtbar stressig. Und das Wetter war im übrigen auch furchtbar, so ganz am Rande. Ich liebe Winter, aber wenn die Straßen eher kleinen Teichen mit Eisschollen oben drauf gleichen, dann hat das für mich nichts mehr mit schönem Winterwetter zu tun. Nun ja, immerhin wurden dann wiedermal zwei der drei Zufahrtsstraßen zu mir nach Hause gesperrt, auch gut. Zum Glück hab ich im Winter fahren gelernt...

Aber das größere Problem war ja erst einmal Semi. Seminarfacharbeit. Über zwei Jahre hinweg geschrieben, mit etwas Hingabe und besonders viel Hass. Wer ist bitte auf die Idee gekommen, das Teil als Gruppenarbeit von vier Personen anzulegen?! Ich hasse es, dass ich dann immer organisieren muss. Hab mir deswegen schon die ganzen Weihnachtsferien das Schulzeugs eingetrichtert. Und jetzt Notenbekanntgabe - 14 Punkte. Ist genau das, was ich mir erhofft habe. Soll also heißen, ich kann glücklich sein, aber

a) ist es unfair, dass die anderen Frutten auch 14 Punkte haben, obwohl sie wesentlich einfachere Themen und zusätzlich sowohl Ausdrucks- als auch fachliche Mängel hatten. Wer bitte kann Sätze wie "Depressive Menschen leiden an Schlaf- und Appetitsstörungen" einfach so stehen lassen?! Und wie kann man jemanden ne eins geben, wenn diejenige Person grad mal 3 (!) Quellen benutzt hat? Argh.

Ich glaube, es ist ziemlich böse und fies, solche Gedanken zu haben. Also bitte den Kopf abstellen...


b) Es gibt keinen schöneren Tag für eine feierliche Notenbekanntgabe als den Todestag von Robert. Robert war ein Schulfreund, von der 1. bis zur 10. in der selben Klasse. Sogar gleiche Kindergartengruppe, glaube ich. Robert war sehr still, sehr ruhig, sehr intelligent. Etwas unbeholfen, sozial gesehen. Aber absolut liebenswert. Robert war derjenige, den wir uns alle in 10 Jahren mit Frau, Kind, Haus und super tollem Ingenieursjob vorgestellt haben. Immer lieb und höflich und zuvorkommend. Aber irgendwie hat er das mit 15 dann eben alles beenden wollen. Und wir haben nie erfahren, warum. Da wars auch mit meinem tollen Anti-Depressions-Vorsatz für 2011 schon am 4. Januar wieder vorbei.


Vielleicht sollte ich mich mal bei meiner Schule bedanken, dass wir grad so viel Stress haben. Da hat man wenigstens nicht genug Zeit, ernsthafte Suizidgedanken zu entwickeln, haha. Nicht dass ich das jemals wirklich ernsthaft in Betracht ziehen würde.
Naja, jedenfalls haben wir die Facharbeitverteidigung jetzt einige Male durchgesprochen, auch wenn das dann grundsätzlich in gegen fünf Uhr nachmittags zu Hause sein endete. Und am Wochenende gehts dann weiter. Am Dienstag ist die Verteidigung. Und am Dienstag Abend bin ich alkoholisiert, aber sowas von.


...und jetzt versuche ich, aus diesem ekelhaften See des Selbstmitleids wieder herauszukommen. Naja, mit dem Bronze-Schwimmabzeichen wird mir das schon gelingen. Hallelujah.