So, jetzt habe ich lange nicht mehr gebloggt. Dafür habe ich viele andere schöne, anstrengende Sachen gemacht. Studieren zum Beispiel. Und eine Woche ohne Internet verbracht, weil mein Laptop nicht mehr anging. (Im Übrigen kann ich bei dem Tempo, dass Hersteller und Händler bei der Reparatur an den Tag legen, froh sein, wenn ich das Teil noch in diesem Jahr wiederbekomme...)
Aber dank wundervoller Eltern habe ich jetzt erstmal einen Ersatzlaptop. So ganz ohne Internet ist das mit dem Studium nämlich doch etwas umständlich. Klar, man kann immer in die (wirklich wunderschöne!) Unibibliothek gehen (auch SLUB genannt^^), die wochentags bis 24 Uhr geöffnet hat. Aber es ist doch um einiges angenehmer, wenn man jederzeit Zuhause Emails checken und Vorlesungsfolien herunterladen kann.
Womit wir bei Emails und Vorlesungsfolien also wieder beim Thema Studieren angekommen wären.
Als erstes muss ich sagen: Es gefällt mir besser als gedacht! Psychologie ist eben wahnsinnig spannend, vor allem die Fächer Biopsychologie und Allgemeine 1: Wahrnehmung und Aufmerksamkeit habens mir angetan. Die TU Dresden ist bekannt für die sehr naturwissenschaftliche Ausprägung des Psychologie-Studiums, was mir ja sehr wichtig ist. Dementsprechend finde ich all die biologisch fundierten Fächer auch wirklich sehr gut. Außerdem muss man hier 3 Semester lang Statistik belegen, wovor irgendwie alle Studenten erst einmal Angst haben. Die Vorlesung besteht auch wirklich aus 90 Minuten angestrengtem Mitschreiben, ohne dass man so wirklich versteht, was man da aufschreibt. Aber dafür wird das dann alles in den Übungen klar und man kann die Aufgaben kontrollieren lassen - und diese kontrollierten Übungen dann auch während der Prüfung nutzen!
Insgesamt haben die Psychologen relativ wenige Semesterwochenstunden, dh weniger Vorlesungen und Seminare als die meisten anderen Naturwissenschaften. Insgesamt habe ich 7 Fächer, meist mit 2 Wochenstunden zu je 45 Minuten (außer Persönlichkeitspsychologie, das haben wir zweimal in einer Woche, also 2 mal 90 Min), dazu ein Seminar jede Woche, ein anderes alle zwei Wochen sowie die Statistikübung, die ebenfalls nur alle zwei Wochen stattfindet. Zusätzlich gibt es für Biopsychologie und Allgemeine jeweils Tutorien, die jede Woche stattfinden. Die sind wirklich sehr nützlich, weil man von Studenten nochmal den Stoff aus der Vorlesung erklärt und vertieft bekommt und sämtliche doofe Fragen stellen kann, die man sich in der Vorlesung nicht zu äußern traut. Außerdem muss man für das Allgemeine Seminar mit einem Buch arbeiten (Eysenck und Keane: Cognitive Psychology), welches, wie der Titel schon verrät, auf Englisch ist. Da darf man jede Woche als Vorbereitung 30 Seiten lesen und sich das alles am besten noch merken. Damit haben wir teilweise unsere Probleme, weil uns als Erstis ja jegliche Grundlagen fehlen und wirklich alles, was im Buch angesprochen wird, neu ist. Ich habe zum Glück mit dem Englisch weniger Probleme als manch anderer, aber man muss schon mit mehreren Stunden Zeitaufwand rechnen, da man diese 30 Seiten ja nicht nur lesen, sondern auch alle Theorien und Experimente nachvollziehen muss.
Aber vielleicht ist es ganz gut, dass wir so ins kalte Wasser geworfen werden - so müssen wirs einfach lernen und sind dann für die kommenden Semester gewappnet.
Ansonsten ist ja die Hälfte des 1. Semesters schon um! Nach den Weihnachtsferien haben wir noch einen Monat Vorlesungen, Anfang Februar kommt dann schon die Prüfungszeit. Zum Glück müssen wir Psycho Erstis nur 3 Prüfungen schreiben, in Methoden (ein Fach, was keiner mag, aber alle lernen müssen), Statistik (sollte machbar sein, da wir Tafelwerk, Taschenrechner, sämtliche Vorlesungsskripte sowie unsere Übungsaufgaben und Mitschriften benutzen dürfen) und Englisch (naja, dürfte jetzt nicht sooo schwer werden). Das heißt dann aber auch, dass im Sommersemester 6 Prüfungen anstehen, die über den Stoff aus 1. UND 2. Semester gehen. Im Sommer muss ich dann also echt extrem viel lernen und werde wohl für ein paar Wochen einfach in einer Lernseifenblase durch die Welt schweben. Aber gut, so ist das eben beim Studium. Ich finds trotzdem toll.
Ein andere Sache, die manchmal etwas nervt, aber an sich sehr praktisch ist, ist unser "Job" als Versuchspersonen für Experimente. Jeder Psychostudent muss bis zum Bachelor 30 Versuchspersonenstunden abgeleistet haben. Das hilft uns einerseits, da wir mal sehen können, wie sich Versuchsprobanden denn so fühlen. Andererseits brauchen die höheren Semester ja immer Testpersonen für ihre Studien, die sowohl für die Diplom- als auch, dann später in unserem Fall, Bachelor- und Master-Arbeit notwendig sind. So gilt es also, immer wieder Fragebögen auszufüllen, am Computer Aufgaben zu lösen oder sich per EEG oder MRT durchleuchten zu lassen. Deswegen ist das Internet grad auch so wichtig für mich, da man sich meist online für die verschiedenen Experimente anmelden muss.
Aber einen Lichtblick gibt es: Wenn man dann mal seine 30 Versuchspersonenstunden abgeleistet hat, kann man immer noch an Experimenten teilnehmen - dafür gibts dann Geld oder Süßigkeiten! AWESOME! :D
Und nochmal zum Thema MRT: Dresden ist wahrscheinlich die einzige Uni in Deutschland, wo die Psychologen ihr eigenes fMRT haben und demnach ständig forschen können. Das ist ziemlich, ziemlich cool. Wenn ich nicht so ein schlechtes Verhältnis zu Scannern hätte, würde ich mich für ne MRT-Studie anmelden - da kann man dann Aufnahmen von seinem Gehirn bekommen, was ja wirklich verdammt toll wäre. Naja, vielleicht besiege ich meine Angst in der Hinsicht noch ;)
Bis dahin werde ich fleißig zu all meinen Vorlesungen gehen, ab und zu und leider meistens zu selten in die Fachbücher schauen und mich immer wieder freuen, weil ich so coole Sachen lernen darf. Das entschädigt für den Stress, den das Studium ja dann doch mit sich bringt.
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