Donnerstag, 1. Dezember 2011
Aber dank wundervoller Eltern habe ich jetzt erstmal einen Ersatzlaptop. So ganz ohne Internet ist das mit dem Studium nämlich doch etwas umständlich. Klar, man kann immer in die (wirklich wunderschöne!) Unibibliothek gehen (auch SLUB genannt^^), die wochentags bis 24 Uhr geöffnet hat. Aber es ist doch um einiges angenehmer, wenn man jederzeit Zuhause Emails checken und Vorlesungsfolien herunterladen kann.
Womit wir bei Emails und Vorlesungsfolien also wieder beim Thema Studieren angekommen wären.
Als erstes muss ich sagen: Es gefällt mir besser als gedacht! Psychologie ist eben wahnsinnig spannend, vor allem die Fächer Biopsychologie und Allgemeine 1: Wahrnehmung und Aufmerksamkeit habens mir angetan. Die TU Dresden ist bekannt für die sehr naturwissenschaftliche Ausprägung des Psychologie-Studiums, was mir ja sehr wichtig ist. Dementsprechend finde ich all die biologisch fundierten Fächer auch wirklich sehr gut. Außerdem muss man hier 3 Semester lang Statistik belegen, wovor irgendwie alle Studenten erst einmal Angst haben. Die Vorlesung besteht auch wirklich aus 90 Minuten angestrengtem Mitschreiben, ohne dass man so wirklich versteht, was man da aufschreibt. Aber dafür wird das dann alles in den Übungen klar und man kann die Aufgaben kontrollieren lassen - und diese kontrollierten Übungen dann auch während der Prüfung nutzen!
Insgesamt haben die Psychologen relativ wenige Semesterwochenstunden, dh weniger Vorlesungen und Seminare als die meisten anderen Naturwissenschaften. Insgesamt habe ich 7 Fächer, meist mit 2 Wochenstunden zu je 45 Minuten (außer Persönlichkeitspsychologie, das haben wir zweimal in einer Woche, also 2 mal 90 Min), dazu ein Seminar jede Woche, ein anderes alle zwei Wochen sowie die Statistikübung, die ebenfalls nur alle zwei Wochen stattfindet. Zusätzlich gibt es für Biopsychologie und Allgemeine jeweils Tutorien, die jede Woche stattfinden. Die sind wirklich sehr nützlich, weil man von Studenten nochmal den Stoff aus der Vorlesung erklärt und vertieft bekommt und sämtliche doofe Fragen stellen kann, die man sich in der Vorlesung nicht zu äußern traut. Außerdem muss man für das Allgemeine Seminar mit einem Buch arbeiten (Eysenck und Keane: Cognitive Psychology), welches, wie der Titel schon verrät, auf Englisch ist. Da darf man jede Woche als Vorbereitung 30 Seiten lesen und sich das alles am besten noch merken. Damit haben wir teilweise unsere Probleme, weil uns als Erstis ja jegliche Grundlagen fehlen und wirklich alles, was im Buch angesprochen wird, neu ist. Ich habe zum Glück mit dem Englisch weniger Probleme als manch anderer, aber man muss schon mit mehreren Stunden Zeitaufwand rechnen, da man diese 30 Seiten ja nicht nur lesen, sondern auch alle Theorien und Experimente nachvollziehen muss.
Aber vielleicht ist es ganz gut, dass wir so ins kalte Wasser geworfen werden - so müssen wirs einfach lernen und sind dann für die kommenden Semester gewappnet.
Ansonsten ist ja die Hälfte des 1. Semesters schon um! Nach den Weihnachtsferien haben wir noch einen Monat Vorlesungen, Anfang Februar kommt dann schon die Prüfungszeit. Zum Glück müssen wir Psycho Erstis nur 3 Prüfungen schreiben, in Methoden (ein Fach, was keiner mag, aber alle lernen müssen), Statistik (sollte machbar sein, da wir Tafelwerk, Taschenrechner, sämtliche Vorlesungsskripte sowie unsere Übungsaufgaben und Mitschriften benutzen dürfen) und Englisch (naja, dürfte jetzt nicht sooo schwer werden). Das heißt dann aber auch, dass im Sommersemester 6 Prüfungen anstehen, die über den Stoff aus 1. UND 2. Semester gehen. Im Sommer muss ich dann also echt extrem viel lernen und werde wohl für ein paar Wochen einfach in einer Lernseifenblase durch die Welt schweben. Aber gut, so ist das eben beim Studium. Ich finds trotzdem toll.
Ein andere Sache, die manchmal etwas nervt, aber an sich sehr praktisch ist, ist unser "Job" als Versuchspersonen für Experimente. Jeder Psychostudent muss bis zum Bachelor 30 Versuchspersonenstunden abgeleistet haben. Das hilft uns einerseits, da wir mal sehen können, wie sich Versuchsprobanden denn so fühlen. Andererseits brauchen die höheren Semester ja immer Testpersonen für ihre Studien, die sowohl für die Diplom- als auch, dann später in unserem Fall, Bachelor- und Master-Arbeit notwendig sind. So gilt es also, immer wieder Fragebögen auszufüllen, am Computer Aufgaben zu lösen oder sich per EEG oder MRT durchleuchten zu lassen. Deswegen ist das Internet grad auch so wichtig für mich, da man sich meist online für die verschiedenen Experimente anmelden muss.
Aber einen Lichtblick gibt es: Wenn man dann mal seine 30 Versuchspersonenstunden abgeleistet hat, kann man immer noch an Experimenten teilnehmen - dafür gibts dann Geld oder Süßigkeiten! AWESOME! :D
Und nochmal zum Thema MRT: Dresden ist wahrscheinlich die einzige Uni in Deutschland, wo die Psychologen ihr eigenes fMRT haben und demnach ständig forschen können. Das ist ziemlich, ziemlich cool. Wenn ich nicht so ein schlechtes Verhältnis zu Scannern hätte, würde ich mich für ne MRT-Studie anmelden - da kann man dann Aufnahmen von seinem Gehirn bekommen, was ja wirklich verdammt toll wäre. Naja, vielleicht besiege ich meine Angst in der Hinsicht noch ;)
Bis dahin werde ich fleißig zu all meinen Vorlesungen gehen, ab und zu und leider meistens zu selten in die Fachbücher schauen und mich immer wieder freuen, weil ich so coole Sachen lernen darf. Das entschädigt für den Stress, den das Studium ja dann doch mit sich bringt.
Freitag, 7. Oktober 2011
Dienstag, 4. Oktober 2011
Dresden!
In den letzten Wochen war einfach so viel zu tun - Wohnung einrichten, einkaufen, kochen, erstmal hier einleben, Vorkurs Chemie, Vorkurs Mathe, Internet beantragen und einrichten, den Wäschesalon finden, regelmäßig aufräumen, den Campus erkunden, die ganzen Leute aus meiner Heimatstadt hier treffen (srsly, Dresden ist sowas wie die Anlaufstelle für Ilmenauer Gymnasiasten!), mir ne Mensakarte holen, Fahrradfahren, die Straßenbahnlinien kennenlernen, Star Trek schauen, und jetzt ist auch noch meine Erstiwoche. Wuhuh.
Die größte Umstellung ist wohl immer noch das Alleineleben. (Aber nur, weil die Uni noch nicht richtig angefangen hat). Ich gebs zu, ich habe mir ja auch Sorgen gemacht. War ja auch berechtigt, irgendwo. Und ja, ich habe wieder mit Rauchen angefangen, okay. Das ist wirklich nicht gut. Aber davon mal abgesehen bekommt mir das alles erstaunlich gut - ich esse regelmäßig, ich koche jeden Tag, ich gehe vorausschauend einkaufen, ich räume auf, ich gehe spazieren, ich setz mich in den Park zum lesen, ich setze alles daran nicht wieder zurück in depressive Stimmungen zu fallen (und es funktioniert!). Ich bin für mich selbst verantwortlich und ich MUSS mich um mich kümmern - ich MUSS einkaufen gehen, sonst gibts nichts zu essen etc. Und eben wegen dieser Notwendigkeit mach ich auch alles und habe immer was zu tun, sodass mir gar nicht viel Zeit bleibt, um in Selbstmitleid zu versinken. Damit meine ich nicht, dass das Leben auf einmal rosarot und perfekt ist. Klar, manchmal fühle ich mich total einsam und ich habe immer noch diese "OMG ich kann doch gar nicht studieren, was mache ich an einer Uni?"-Anfälle, aber das ist normal. Solange das nur ein bis zweimal pro Woche passiert, ist das sogar verdammt gut.
Momentan ist die Einführungswoche, bei der verschiedene Info- und Kennenlernveranstaltungen stattfinden. Wir haben Mentoren zugeteilt bekommen, was wirklich sehr nützlich ist - die dürfen wir während des ersten Semesters mit jeder Frage und jedem Problemchen nerven, das beruhigt mich sehr. Unsere Mentoren helfen uns dann auch bei der Einschreibung in die Seminare und führen uns in die PC-Pools ein. Dann gibts noch ne SLUB-Führung (das ist die Bibo), eine Grillparty, Sektfrühstück, eine Campusrallye und Speed-Dating (womit aber eigentlich Kennnenlernspiele gemeint sind). Der Sinn ist es wohl, dass wir Erstis uns besser kennenlernen und schon viele Kontakte knüpfen, weil ein Studium ohne Freunde halb so schön und doppelt so schwer ist. Klar, sehe ich ja auch so - aber ganz so viel Socializing in einer Woche ist mir dann doch etwas ungeheuer. Zumindest das Speeddating ignoriere ich mal gekonnt, das Sektfrühstück wahrscheinlich auch. Mal sehen.
Und nächste Woche gehts dann los - Vorlesungen, Seminare, Übungen. Meinen Stundenplan bekomme ich morgen fertiggestellt (hängt ja von den Seminaren ab), aber leider habe ich sowohl montags als auch freitags je zwei Vorlesungen. Schade, es wäre schön, ab und zu mal ein verlängertes Wochenende in der eigentlichen Thüringer Heimat zu verbringen.
Dresden selbst ist eine wunderschöne Stadt. Viele Fahrradwege, eine architektonisch beeindruckende Altstadt, viel Grün, keine Hochhäuser, die wunderschönen Elbwiesen, ein gutes ÖPNV-System, viele alternative, kreative Läden in der Neustadt und dazu gutes Wetter. Obwohl mir 27 Grad im Oktober zu warm sind, aber naja.
Meine Wohnung ist auch schön - aber eben in einem unsanierten, hässlichen Block und an einer sehr lauten Kreuzung samt Straßenbahn und Güterzugverkehr. Daran gewöhnt man sich aber recht schnell, mittlerweile kann ich schon durchschlafen.
Alles in allem verläuft der Start ins Studium also wesentlich besser, als ich gedacht hätte. Liegt vielleicht auch daran, dass mein Bruder und meine Cousine auch hier wohnen und ich weiß, dass ich mich im Notfall immer an jemanden wenden kann. Es ist wirklich schön, Familie hier zu haben. Dresden war die richtige Wahl. Jetzt wird sich noch zeigen, ob ich dasselbe über Psychologie sagen kann.
Mittwoch, 14. September 2011
Auf Wiedersehen, Heimat!
Einerseits freue ich mich - erste eigene Wohnung, alles MEINS (ich stehe WGs mit sehr viel Skepsis gegenüber), große Stadt, bald geht das Studium los.
Andererseits heißt das auch Abschied von meinen Eltern (zu denen ich ein sehr enges Verhältnis habe), von meiner Franzi (die ich furchtbar doll lieb hab), vielen weiteren Freunden und grundsätzlich allem, was "sicher" und "vertraut" ist. Ab jetzt heißt es eigentständig leben, Verantwortung übernehmen, erwachsen werden. Wird bestimmt schwierig.
Aber egal - das viel größere Problem ist: ERSTMAL KEIN INTERNET! FÜR MINDESTENS EINEN TAG! Schließlich muss ich erst nen Antrag ausfüllen und bekomm dann erst die Zugangsdaten. Tragisch, tragisch, tragisch.
Und eine neue Handynummer hab ich auch noch. Fast schon zu viele technische Veränderungen in meinem Leben.
Also dann - der nächste Eintrag erfolgt von Dresden aus!
Montag, 15. August 2011
Yeehaw!
Es ist Montag und ich habe gute Laune. Obwohl ich halb sieben aufstehen musste und es, wie schon erwähnt, Montag ist. Würde eigentlich beides ausreichen, um mich meckern und schimpfen zu lassen.
Aber
1.) werde ich die sympathische junge Frau auf dem Foto (und ihre nicht minder sympathische beste Freundin) besuchen. Das allein ist schon Grund genug, warum diese Woche großartig wird.
2.) habe ich die Zusage für meinen Wohnheimsplatz bekommen. 27 qm nur für mich - ich muss mir mit niemandem das Bad teilen, ich hab meine eigene Kochnische und sogar meinen eigenen Balkon. Und Internet ist auch kostenlos. Klar, die Wohnung ist jetzt nicht perfekt, sie ist in nem Hochhaus/Block, ich hab keinen Herd, der Fußboden hat so nen komischen PVC Belag und ich hab keine Dusche - aber 27 qm für 190 Euro sind einfach optimal. Jetzt muss ich nur noch bis zum 3. September den ganzen Papierkram erledigen, Möbel neu kaufen bzw meine alten auseinanderschrauben und alles packen, was ich mitnehmen möchte. Dann gehts auf nach Dresden.
3.) gibt es heut Abend Nudelgratin. Ja, auch das ist ein Grund zur Freude!
Samstag, 30. Juli 2011
Wochenende
Du wachst auf.
Du schaltest den Wecker aus, gehst ins Bad und putzt dir die Zähne.
Drei Minuten.
Du wäschst dir das Gesicht und kämmst dir die Haare.
Du frühstückst.
Ein einzelner roter Teller auf einem hellen, zerkratzten Holztisch.
Du nimmst den Bus zur Arbeit.
Acht Stunden im Büro.
Du kommst nach Hause. Licht an, Kühlschrank auf, Mikrowelle an, Fernseher an.
Abendunterhaltung.
Du gehst ins Bad. Zähneputzen.
Drei Minuten.
Du wäschst dir das Gesicht und kämmst dir die Haare.
Du gehst schlafen.
Licht aus.
--------------------
Du wachst auf.
Sonnenlicht brennt.
Du ziehst die Vorhänge zu und drehst dich um.
Du bist wach.
Stundenlang bist du wach.
Dann stehst du auf.
Du gehst spazieren. Frühstück unterwegs.
Hallo, guten Morgen, wie geht’s, schönes Wetter, danke, zum Mitnehmen, auf Wiedersehen.
Du lachst. Auf Wiedersehen? In dieser Stadt sieht man sich immer nur einmal. Und wenn man sich doch zweimal begegnet, hätte man darauf meist lieber verzichtet.
Du sitzt in einem Park. Kinder spielen.
Du musst die Welt einfach schön finden.
Du gehst nach Hause.
Drei verpasste Anrufe.
Hallo hier ist Mama, melde dich doch mal wieder wegen dem Essen nächste Woche.
Hallo hier ist Schmitti, aus der EDV, es gab ein Problem mit dem Netzwerk, aber ich arbeite am Wochenende dran.
Hier ist dein Date für den Abend. Sei einfach da.
Du bist da.
Sie kommt gegen acht.
Sie kocht. Ihr esst zusammen. Ihr seht euch ZDF kultur an.
Ihr schlaft nebeneinander auf der Couch ein.
Du wachst auf.
Sie ist weg.
Du gehst ins Bad, putzt dir die Zähne. Eine Minute.
Du legst dich ins Bett.
Licht aus.
Du schläfst nicht ein.
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Du wachst auf.
Es ist Samstag.
Du verbringst den Tag im Bett.
Als es dunkel wirst, stehst du auf.
Du putzt dir die Zähne. Zweimal.
Du gehst duschen.
Zehn Minuten.
Du ziehst dich an. Jeans. T-Shirt. Turnschuhe.
Deine Lederjacke, deine Schlüssel, dein Portemonnaie.
Asiatisches Take Away.
Du triffst dich mit deinen Freunden. Ihr umarmt euch, ihr schreit euch über die dröhnenden Bässe an und tut so, als ob ihr euch verstehen würdet.
Zuckende Körper, blitzende Lichter.
Ihr tanzt.
Irgendjemand drückt dir ein kaltes Glas in die Hand.
Fünfmal Schlucken.
Du gehst zur Bar und trinkst ein Bier.
Neben dir steht eine junge Frau. Du nickst ihr zu. Sie lächelt distanziert.
Du gehst raus.
Fünf Minuten Ruhe.
Du gehst rein.
Zuckende Lichter, blitzende Körper.
Und du mitten drin.
Du drehst dich mit geschlossenen Augen, bis alles hell wird, bis du die Musik sehen kannst.
Farben, Formen, pulsierendes Licht.
Du machst die Augen auf und siehst den Sternenhimmel.
Neben dir ist die Frau von der Bar.
Du fragst sie nach ihrem Namen.
Tara.
Schön dich kennen zu lernen.
Ihr unterhaltet euch.
Sie ruft dir ein Taxi, nachdem sie erkennt, dass du viel eher mit dir selbst redest.
Du wäschst dir das Gesicht.
Du putzt dir die Zähne.
Ein halbe Minute.
Wenn du mal stirbst, sollst du wenigstens saubere Zähne haben.
Hat Mama immer gesagt.
Du fällst erschöpft ins Bett und vergisst dabei einzuschlafen.
Leere.
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Du wachst auf.
Der Laptop ist an. Facebook.
Oh yeah die Party war geil ich bin immer noch voll cool oder.
Dir ist schlecht.
Du kotzt in die Dusche und putzt dir die Zähne.
Dreimal. Immer und immer wieder.
Tee und Zwieback.
Später etwas Orangensaft.
AspirinAspirinAspirin.
Du denkst an Tara. Chance vertan.
Du denkst an deine Freunde. Freunde?
Du denkst an Schmitti aus der EDV. Ob sich das Netzwerkproblem erledigt hat?
Du gehst wieder schlafen.
Zwei Stunden.
Du wachst auf und du brauchstbrauchstbrauchst.
Etwas.
Alles.
Du suchst.
Keine Zigaretten. Kein Alkohol.
Du willst nicht, aber du musst, aber du darfst nicht.
Du gehst raus.
Schnell. Schneller. Du rennst.
Dir ist kalt dir ist warm alles ist zuvielzuvwenig.
Unvollständig.
Du bist weg.
Du stehst auf dem Fußweg.
Es ist niemand da.
Auch nicht Tara.
Lichter ziehen vorbei. Motoren.
Du gehst weiter. Du stolperst.
Bremsen, Quietschen, Hupen.
Du hast den Bus nicht gesehen.
Der Busfahrer schreit dich an, alle sehen dich an und urteilen, schimpfen.
Du hättest sterben können.
Durch einen dummen Zufall hättest du heute, hier sterben können.
Deine Leiche mitten auf der Straße.
Und um dich herum all diese Menschen, die dich nicht kennen, nicht kennen wollen. Die dich anschreien und dich für dumm, blind, nutzlos erklären.
Kein Mitgefühl.
Es gibt kein Mitgefühl für diejenigen, die keines geben.
Es gibt kein Mitgefühl für diejenigen, die es sich nicht eingestehen.
Du brauchst.
Menschen. Leben.
So willst du nicht sterben.
Und endlich bist du wach.
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Du wachst auf.
Du schaltest den Wecker aus, gehst ins Bad und putzt dir die Zähne.
Drei Minuten.
Du wäschst dir das Gesicht und kämmst dir die Haare.
Du frühstückst.
Ein einzelner roter Teller auf einem hellen, zerkratzten Holztisch.
Du nimmst den Bus zur Arbeit.
Du steigst eine Haltestelle früher aus, Coffee to go.
Einen Becher für dich, mit etwas Milch.
Einen Becher für Schmitti aus der EDV.
Es ist Montag.
Montag ist ein schöner Tag.
Du lächelst.
Donnerstag, 28. Juli 2011
Urlaubsliteratur
Jane Austens Pride and Prejudice, J.D. Salingers Catcher in the Rye und Charlotte Brontes Jane Eyre.
Catcher in the Rye gefällt mir bisher am besten. Das wäre ein cooles Schul- oder Unibuch, weil man wirklich schön die sprachlichen Mittel und deren Wirkung analysieren kann - leider nerven die ganzen Wiederholungen mit der Zeit etwas. Aber immerhin habe ich schon über die Hälfte geschafft und finde es bis jetzt noch immer lesenswert.
Da hatte es Pride and Prejudice schon etwas schwerer... Liegt eben daran, dass es ein Buch aus dem 19. Jahrhundert ist. Da sind Plot und Schreibstil eben etwas ungewohnt für den "modernen Leser". Teilweise anstrengend zu lesen, weil die Frage aufkommt, ob die denn damals wirklich nichts anderes zu tun hatten, als sich über Manieren aufzuregen und ihre Kinder zu verheiraten. Wenn man sich aber auf die Charaktere und die Umstände der damaligen Zeit einlässt, ist es kein schlechtes Buch, man muss eben wirklich in der richtigen Stimmung sein. Mehr als das erste Drittel habe ich deswegen noch nicht geschafft.
Und nun zum absoluten Horror: Jane Eyre. Jane ist ein Waisenkind, das bei einer anderen Familie aufwächst, wo sie von den Erwachsenen igoniert und von den Kindern diskriminiert und geschlagen wird. Dabei ist sie doch so ein liebes, fleißiges, intelligentes kleines Mädchen... AAAAH da möchte man wirklich nur schreien. Mehr als die ersten 8 Seiten habe ich nicht geschafft, weil ich Jane so unfassbar unsympathisch finde und das Buch komplett in der ersten Person aus ihrer Sicht geschrieben ist. Wirklich, warum dieses Buch ein Klassiker sein soll, ist mir schleierhaft...
Insgesamt habe ich also kein einziges der Bücher fertig gelesen (auch wenn ich das bei den ersten beiden noch tun werde), man muss aber dazu sagen, dass ich zusätzlich um die 50 Fanfictions und noch ein paar weitere ebooks dabei hatte (zB Jane S. Fanchers Netwalkers-Serie, sehr verwirrte, psycho-gestörte Sci Fi Literatur!).
...am Ende habe ich mir Fight Club gekauft und in zwei Tagen durchgelesen.
Das ist ein Buch, was wirklich paranoid macht - und ich kann nicht fassen, dass ich es nicht schon eher gelesen habe. Das Buch ist so genial, dass mir die Worte fehlen.
People always ask me if I know Tyler Durden.
Donnerstag, 21. Juli 2011
Montag, 18. Juli 2011
Vor einer Woche war ich noch im Krankenhaus, jetzt bin ich in Schweden, am Wochenende gehts nach Dänemark und wieder zurück nach Deutschland...
Aber der Reihe nach: Am Samstag vor zwei Wochen hatte ich recht unschönen Bluthusten.
Ich meine, jeder muss wohl mal ein bisschen Blut ausspucken, weil man sich auf die Zunge gebissen hat oder eine Zahnfleischentzündung oder so etwas - aber das man in Mengen, die dann im Krankenhaus "kaffeelöffelweise" betitelt wurden, Blut auswirft, ist dann doch etwas erschreckend. Vor allem, weil es ja dann im weißen Waschbecken doch noch wesentlich mehr aussieht, als es eigentlich ist!
Dieses Fiasko folgte dann eine Woche Krankenhausaufenthalt, währenddessen ich jeden Tag aufs Neue hoffte, endlich nach Hause zu dürfen und mich auch dreimal fast selbst entlassen hätte.
Wirklich, Krankenhäuser sind deprimierend. Vor allem die Lungenstation - der Altersdurchschnitt der Patienten liegt wohl so bei 60.
Immer nur von alten, kranken Menschen umgeben.
Überall Desinfektionsmittel.
Ständig die Angst, sich mit irgendwelchen Keimen zu infizieren. Deswegen auch tausendmal am Tag die Hände desinfizieren.
Drei Tage und zwei Nächte die Flexyle im Arm - ich habe Angst vor Spritzen. Albträume, am liebsten hätte ich mir das Teil aus dem Arm gerissen.
Dazu Bronchoskopie, Bluttests, EKG, Röntgen und CT. Danach drei Tage rumliegen und auf die Laborergebnisse warten.
Ständig der Gedanke - am Wochenende willst du nach Schweden fahren, was wenn sie dich bis dahin nicht entlassen?
Am Freitag Nachmittag dann endlich Entwarnung - keine Autoimmunerkrankung. Dafür wochenlang Tabletten schlucken, damit sich die blutende Lunge nicht enzündet.
Glück gehabt.
Endlich nach Hause.
Und am Sonntag gings los nach Schweden, Urlaub mit meinen Eltern.
Rundreise, von einer Stadt zur anderen, einmal rund um Südschweden.
Überall Wasser, Wald, Natur. Malerische Städte. Unglaublich schöne blonde, blauäugige, sportliche, nette Menschen. Eine extrem niedliche Sprache (klingt für meine Ohren wie eine Mischung aus Englisch, Deutsch und Holländisch).
Und Stockholm!
Der Reisebericht folgt noch, wenn ich wieder zu Hause bin. Bis dahin sei erstmal gesagt - Schweden, und Nordeuropa wahrscheinlich im Allgemeinen, ist im Sommer wunderschön und liegt mir tausendmal besser als Spanien oder Italien.
Freitag, 8. Juli 2011
Lesen stumpft ab
Ich empfinde Mitgefühl mit meinen Mitmenschen. Ich möchte meinen Freunden helfen, wenn es ihnen schlecht geht. Wenn ich mich traurig, hilflos oder überfordert fühle, zittere oder weine ich. Wenn ich Freude empfinde, lache ich. Ich versuche mich so oft wie möglich in andere Menschen hineinzuversetzen.
Das alles soll nicht heißen, dass ich absolut überemotional bin und oft im Gefühlsüberschwang handele. Im Gegenteil, ich lege großen Wert auf das Rationale, Nachvollziehbare. Aber meine Gefühle sind nun mal ebenso wichtig und lassen sich nicht immer dem Verstand unterwerfen.
Dennoch begrenzt sich diese Emotionalität - bezogen auf andere Menschen, also Sympathie und Empathie – nur auf Freunde. Ich erfreue mich nicht am Leid Fremder, aber das Schicksal unbekannter Leute berührt mich meist überhaupt nicht.
Der ehemalige Bürgermeister meines Dorfes, den wir alle kannten, erkrankte an Krebs und hat im letzten Jahr sichtlich ein Drittel seines Gewichts verloren. Mein Vater guckt betroffen, wenn wir ihn sehen, meine Mutter weint. Ich spüre nichts.
In den Nachrichten wird gezeigt, dass Jugendliche meiner Altersklasse einige Kilometer von uns entfernt bei einem Busunglück ums Leben kamen. Meine Eltern sind beide mitgenommen, ich empfinde nichts.
Ich habe diese seltsame Theorie, dass das etwas mit meiner Kindheit zu tun hat. Als Kind spielte ich oft. Das ist normal. Im Gegensatz zu anderen Kinder spielte ich jedoch hauptsächlich mit mir selbst, indem ich mir in meinem Kopf eine Geschichte erzählte und diese mit Legofiguren nachstellte. Fast die gesamte Handlung und natürlich alle Dialoge fanden still in meinem Kopf statt.
Außerdem habe ich viel gelesen. Ich hatte kaum Freunde, deswegen verbrachte ich meine Kindheit mit Büchern. Zunächst Kinderbücher, dann Pferdebücher, dann Fantasy, Sci Fi und Dramen.
Lesen ist wichtig für Kinder, es bildet sie weiter und erweitert den Wortschatz.
Lesen berührt. Das ist für mich das Wichtigste. Lesen, das ist die Entführung in eine andere Welt, das Erleben von Abenteuern und Geschichten fernab der eigenen Realität.
Und so wurde ich zu einem Teil meiner Geschichten.
Ich war die Schwester, die ihren Bruder verlor.
Ich war die Mutter, die von ihrem Mann verlassen wurde.
Ich war der Soldat, der seinen besten Freund im Krieg sterben sah.
Ich war Drachenjäger und Dieb, Prinzessin und Hure, ich wurde gefoltert, entführt, verletzt, vergiftet, ich wurde getötet und wieder zum Leben erweckt.
Ich hatte Liebeskummer und Liebesglück. Ich hatte eine Familie oder einen ganzen Clan.
Ich versetzte mich so in die fremden Welten hinein, dass es zur Sucht wurde. Zwei, drei Bücher am Tag waren keine Seltenheit. Und irgendwann waren auch reale Ereignisse nicht mehr so wichtig und grundlegend _real_ wie zuvor.
Ein ganzes Dorf verschlungen von der Lava eines Vulkans?
Ein Vater, der seine Familie umbrachte?
Krieg in Afghanistan?
Ich habe es alles schon einmal erlebt, zumindest in meinem Kopf. Ich habe es stellvertretend gefühlt, in anderen Welten, mit anderen Hintergründen, anderen Personen. Aber ich habe mich eben schon mit der Möglichkeit auseinandergesetzt, dass auch mir so etwas passieren kann.
Denn genau das steckt hinter einem Großteil des Mitgefühls für Fremde – der Gedanke „Was wäre, wenn das mir passiert wäre?“
Lesen stumpft ab. Weil es alle schrecklichen Szenarien detailliert darstellt. Weil es Gefühle erschreckend gut vermitteln kann. Weil man sich mit dem auseinandersetzt, was man liest, und sich in einem gewissen Maße daran gewöhnt.
Wenn mir die Mutter, die ihr Kind durch den Fehler eines Arztes im Krankenhaus verloren hat, nicht leid tut, hat das also nichts damit zu tun, dass es mir egal ist – ich habe nur dieses Gefühl schon durchgespielt, mich in diese Rolle hineinversetzt, es ist nichts direkt „Neues“ mehr für mich.
Und wenn ich an allem Anteil haben würde, was ich sehe oder höre, könnte ich nicht funktionieren.
Also ist es wahrscheinlich eine Mischung aus Verkopftheit und Selbstschutzmechanismus, der mich hauptsächlich mit meinen Freunden mitfühlen lässt, während mir fremdes Leid nur ein müdes Kopfschütteln abringt.
Ich sage nur – das Lesen ist schuld.
Donnerstag, 9. Juni 2011
Yeah.
Okay, I´m not. I´m socially awkward, small, clumsy, occasionally bitchy, more confident online than in real life, easily depressed, not really an expert on knowing people.
But - today they told me the results of my final examinations. German - 14. Math - 15. English - 15. History - 15.
Which means that I have an average of 1,0. Which means I can study whatever I want. Which is awesome. Which makes ME a little awesome.
I´m happy beyond words. And tonight, m gonna get drunk.
The Guild!
Some may recognize her from Dr Horrible´s Sing-Along Blog, a musical film that stars Neil Patrick Harris (Barney of HIMYM), Nathon Fillion (Castle of, you know, Castle), Simon Helberg (Wollowitz of TBBT) and Felicia Day. It´s about super heroes and love. It has a tragic ending. It´s incredibly sweet and just plain awesome.
Dr Horrible´s Sing-Along Blog actually was inspired by The Guild. The Guild is, as before mentioned, a web series which means that, although you can buy the DVDs, the whole show is available on youtube. The series deals with gaming addiction and focuses on a group of gamers who are in the same Guild of an unnamed MMO. The characters are pretty awesome:
Codex, the priestess, is a shy and socially awkward woman in real life. She also lacks determination and self esteem.
Tink, the ranger, is rather cold and manipulative. She tries to distance herself from her Guild in real life and she´s not above using unfair methodes to get what she wants.
Zaboo, the warlock, has great computer skills when it comes to stalking people. He´s over the top most of the time and has a major crush on Codex.
Vork, the guild leader and fighter, is a very rational man who even cut down electricity to save more money for gaming. He only believes in rules and logic and he likes to be in controll.
Clara, the mage, is a married woman and mother to three kids whom she constantly abandons in order to game even more. She´s easily distracted and eccentric.
Bladezz, the rogue, still goes to high school and likes to hit on all the woman he knows. He used to be a model which he finds embarrassing.
And these are only the main characters!
It´s really awesome. There are lies, betrayals, jokes, adventures. Hell, there are even two hot girls making out with each other!
Go watch it. Seriously, it´s great!
Samstag, 14. Mai 2011
Anneke :)
Ehrlich gesagt fehlen mir auch die Worte, um es zu beschreiben.
Die Location war erst mal richtig, richtig cool. Open Air, mit einer kleinen Bühne und Holzbänken davor, ringsum von Bäumen umgeben, als ob man in einem richtigen Park wäre. Die Atmosphäre war richtig familiär und gemütlich.
Und Anneke? Anneke selbst war wiedermal einfach wundervoll. Und sie hat ein paar überraschende Songs gespielt, zB Saturnine (The Gathering) und Numbered (Devin Townsend). Ich habe selten eine Sängerin gesehen, die so perfekt singt, dabei noch toll aussieht und absolut sympathisch ist.
Nach dem Konzert übernahm Anneke selbst den Mini-Merchandise-Stand (von ihr selbst auf einem Campingtisch präsentiert xD) und hat sämtliche CDs und Poster signiert. Sie hat sich Zeit genommen, mit jedem von uns zu reden. Unglaublich, was für eine positive und sympathische Ausstrahlung diese Frau hat.
Umwerfendes Konzert.
Online Bericht hier:
http://www.l-iz.de/Kultur/Lebensart/2011/05/Parkbuehne-Geyserhaus-Anneke-van-Giersbergen-gefeiert-Leipzig-2011.html
Freitag, 29. April 2011
So richtig. Mit hysterischen Lach- und Heulanfällen, die sich in unregelmäßigen Abständen abwechseln. Und von den seltsamsten Sachen ausgelöst werden - normalerweise fange ich nicht an zu weinen, nur weil grad Scrubs läuft.
Ich fühl mich nicht ausreichend vorbereitet. Ich kann mich nicht aufs Lernen konzentrieren. Ich frage mich echt, obs nicht besser wäre, krank oder verletzt zu sein, weil man dann die Prüfungen nicht mitschreiben muss...
Klar, objektiv betrachtet muss ich mir keine Sorgen machen. Mathe hab ich viel geübt, in den sämtlichen letzten Deutschaufsätzen hatte ich 15 Punkte und Englisch kommt mir an manchen Tagen vertrauter vor als Deutsch.
Aber - Prüfung. Wahnsinnig schwer, scheiß Themen, strenge Maßstäbe, unfassbar wichtig.
Ich glaub ich jammer jetzt noch ein bisschen. Und stopf weiter Schokolade in mich rein. Wenn ich dann nicht kotze, geh ich nachher noch ins Fitnessstudio, angeblich hilft Sport ja bei der Frustbeseitigung.
Montag, 14. März 2011
I´m a nerd!
You wanna know why?
Well, my English teacher told me last week that she was disappointed in my pre-exam because I messed up something in the content or whatever, but she didn´t want to give the tests back yet so I had to wait until today. I seriously had to think about this fucking English test the whole weekend. I mean, it´s my final year, every point in every class counts so it IS a big deal if I mess up my Engish exam.
So guess what? Today she gave us the tests back. And I have 15 points. Which is an A+. Which is amazing and she just wanted to mess with me because she had fun or because she doesn´t get enough sex or whatever.
So, duh. Three exams written, I have 15 points in two of them. We don´t have the 3rd back yet. Maybe all that studying and all that reading did pay off in the end.
But I still feel kind of geeky. And, you know, not the cute/hot kind of geek. ^^
Freitag, 4. März 2011
News
The new year has been quite stressful so far. Huge presentation in January (which went well), tons of tests in school, lots of studying, lots of reading (come on, I need my daily dose of fanfic) and lots of emotional struggles. Yeah, my therapy´s finally over. Which is great. I had to tell my mom - which was not so great. Hell, I will never forget the pain in her eyes. Never. But in the end honesty is the best way (I hope).
It´s hard to fight an addiction you don´t want to admit you have. I´m still fighting. It´s still hard. But it´s getting better.
I´m finally trying to be well, which is incredibly hard but I guess it pays off eventually.
I´m trying to keep myself busy and that works pretty well, especially since school demands all my concentration. Actually it all went better than expected - until I got really sick on the day of my first exam (English). I went to bed on Sunday, thinking "ohkay, everything´s great" and I woke up on Monday thinking "you can´t be serious". I mean, come on, I spent the weekend at home to not get sick and my damned immune system still fucks up. That´s not fair.
I hate it when I get the flu. Coughing up phlegm is not my idea of fun. And it seriously messes with my concentration. Anyway, I had my math exam at Thursday and I think it went okay. It clearly would´ve been better if I were actually healthy. But oh well. At least I could totally geek out over my new, fabulous calculator. Casio fx-991 ES. It can do so many awesome things, calculus-stuff and equations and tables and even complex numbers (which is totally awesome!). And integrals!
...maybe I should think about studying something science/math related because it´s actually a little frightening how fascinated I am by a trivial thing such as a new calculator.
And today I spent all the time on this history project. I had to write the script for the video we´re trying to create and I spent too many hours doing that shit. It doesn´t help that I´m still pretty sick. Goddamn flu. But at least I´m listening to Lights Out Asia (very cool Post Rock band) and I can read some Good Omens fic now.
Good Omens is THE BOOK OF AWESOMENESS. Really, it is. You should all go and get it. It has a paragraph about lurking. Lurking is a fascinating activity.
Freitag, 7. Januar 2011
Das hier ist ja mein persönlicher Blog. Das heißt also, dass ich weinen und jammern kann, egal wie erbärmlich es ist, ne? Es ist ja nicht so, dass hier irgendjemand was wertvolles erwartet (und genau deswegen werde ich wohl nie einen rein literarischen Blog haben, hehe).
Naja, genau deswegen werde ich jetzt also mal mit dem jammern und beschweren und generell einfach ziemlich emotional sein anfangen.
Diese Woche war furchtbar. Furchtbar anstrengend. Furchtbar emotional. Furchtbar stressig. Und das Wetter war im übrigen auch furchtbar, so ganz am Rande. Ich liebe Winter, aber wenn die Straßen eher kleinen Teichen mit Eisschollen oben drauf gleichen, dann hat das für mich nichts mehr mit schönem Winterwetter zu tun. Nun ja, immerhin wurden dann wiedermal zwei der drei Zufahrtsstraßen zu mir nach Hause gesperrt, auch gut. Zum Glück hab ich im Winter fahren gelernt...
Aber das größere Problem war ja erst einmal Semi. Seminarfacharbeit. Über zwei Jahre hinweg geschrieben, mit etwas Hingabe und besonders viel Hass. Wer ist bitte auf die Idee gekommen, das Teil als Gruppenarbeit von vier Personen anzulegen?! Ich hasse es, dass ich dann immer organisieren muss. Hab mir deswegen schon die ganzen Weihnachtsferien das Schulzeugs eingetrichtert. Und jetzt Notenbekanntgabe - 14 Punkte. Ist genau das, was ich mir erhofft habe. Soll also heißen, ich kann glücklich sein, aber
a) ist es unfair, dass die anderen Frutten auch 14 Punkte haben, obwohl sie wesentlich einfachere Themen und zusätzlich sowohl Ausdrucks- als auch fachliche Mängel hatten. Wer bitte kann Sätze wie "Depressive Menschen leiden an Schlaf- und Appetitsstörungen" einfach so stehen lassen?! Und wie kann man jemanden ne eins geben, wenn diejenige Person grad mal 3 (!) Quellen benutzt hat? Argh.
Ich glaube, es ist ziemlich böse und fies, solche Gedanken zu haben. Also bitte den Kopf abstellen...
b) Es gibt keinen schöneren Tag für eine feierliche Notenbekanntgabe als den Todestag von Robert. Robert war ein Schulfreund, von der 1. bis zur 10. in der selben Klasse. Sogar gleiche Kindergartengruppe, glaube ich. Robert war sehr still, sehr ruhig, sehr intelligent. Etwas unbeholfen, sozial gesehen. Aber absolut liebenswert. Robert war derjenige, den wir uns alle in 10 Jahren mit Frau, Kind, Haus und super tollem Ingenieursjob vorgestellt haben. Immer lieb und höflich und zuvorkommend. Aber irgendwie hat er das mit 15 dann eben alles beenden wollen. Und wir haben nie erfahren, warum. Da wars auch mit meinem tollen Anti-Depressions-Vorsatz für 2011 schon am 4. Januar wieder vorbei.
Vielleicht sollte ich mich mal bei meiner Schule bedanken, dass wir grad so viel Stress haben. Da hat man wenigstens nicht genug Zeit, ernsthafte Suizidgedanken zu entwickeln, haha. Nicht dass ich das jemals wirklich ernsthaft in Betracht ziehen würde.
Naja, jedenfalls haben wir die Facharbeitverteidigung jetzt einige Male durchgesprochen, auch wenn das dann grundsätzlich in gegen fünf Uhr nachmittags zu Hause sein endete. Und am Wochenende gehts dann weiter. Am Dienstag ist die Verteidigung. Und am Dienstag Abend bin ich alkoholisiert, aber sowas von.
...und jetzt versuche ich, aus diesem ekelhaften See des Selbstmitleids wieder herauszukommen. Naja, mit dem Bronze-Schwimmabzeichen wird mir das schon gelingen. Hallelujah.
